Die Atlantik-Brücke ist ein 1952 gegründeter eingetragener Verein mit Sitz in Berlin. Zweck des Vereines ist laut Satzung die Förderung des deutsch-amerikanischen Verständnisses.
Inhaltsverzeichnis
1 Ziele
2 Vereinsarbeit
2.1 Vernon A. Walters Award
2.2 Eric-M.-Warburg-Preis
3 Geschichte
4 Mitgliedschaft und Mitgliederstruktur
4.1 Vorstand
4.2 Kuratorium
4.3 Weitere bekannte Mitglieder
5 Literatur
6 Weblinks
7 Einzelnachweise
Ziele [Bearbeiten]

Der Verein dient damit der Förderung der Freundschaft zu Deutschland und des Verständnisses für das Land in anderen Staaten, insbesondere in Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika sowie in den europäischen Staaten sowie des Verständnisses für die vorgenannten Staaten in Deutschland. Dabei will der Verein diese Ziele informatorisch-publizistisch erreichen und arbeitet dafür mit ähnlich orientierten Personen und Institutionen zusammen. Der Zweck des Vereins ist außerdem die Kontaktpflege zu führenden Persönlichkeiten der USA. Arend Oetker beschrieb diese Lobbytätigkeit im Jahr 2002 folgendermaßen: Die USA wird von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben.[1] Die FAZ: Die Atlantik-Brücke e. V. ist einer der in Deutschland seltenen Versuche, von privater Seite in den politischen Raum hineinzuwirken, sympathiebildend, kontaktvermittelnd, katalysatorisch. Walther Leisler Kiep: die Atlantik-Brücke solle den Freunden Amerikas in Deutschland eine Stimme geben.
Vereinsarbeit [Bearbeiten]

Der Verein veranstaltet Konferenzen, Seminare und Kolloquien. Durch verschiedene Programme (Schüler-, „Young Leaders“-, Lehrer-, Offiziers-, Journalistenprogramme) wurde ein Netzwerk interessierter Personen aufgebaut. Weiterhin werden der Vernon A. Walters Award und der Eric-M.-Warburg-Preis verliehen:
Vernon A. Walters Award [Bearbeiten]
Der Namensgeber des Preises, Vernon A. Walters (1917–2002), war von 1989 bis 1991 US-Botschafter in Deutschland und von 1985 bis 1989 Ständiger Vertreter der USA bei den Vereinten Nationen.
Liz Mohn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, erhielt den Vernon A. Walters-Award am 13. Juni 2008. Mit der Auszeichnung würdigte die Atlantik-Brücke e. V. das große Engagement von Liz Mohn zur Förderung des transatlantischen Verhältnisses und ihre Verdienste um die deutsch-israelischen Beziehungen. Der Preis wurde im Rahmen einer Gala-Benefizveranstaltung auf Einladung des ehemaligen Vorsitzenden der Atlantik-Brücke, Airbus-Chef Thomas Enders, in New York verliehen. Die Laudatio hielt der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan.
2007 wurde der Vorstandsvorsitzende der RWE AG, Jürgen Großmann, mit dem Vernon A. Walters Award ausgezeichnet. Weitere Preisträger sind u. a. Dieter Zetsche (Daimler AG, 2006), Michael Otto (Otto Group, 2005), Wolfgang Mayrhuber (Lufthansa AG, 2004), Bernd Pischetsrieder (Volkswagen AG, 2002) und Manfred Schneider (Bayer AG, 2000).[2]
Eric-M.-Warburg-Preis [Bearbeiten]
Den Eric-M.-Warburg-Preis erhielt im Jahre 2009 Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die feierliche Verleihung und Zeremonie des Preises fand in der amerikanischen Hauptstadt Washington D.C., in der Library of Congress auf dem Capitol Hill statt, am Abend des 25. Juni 2009, bevor US-Präsident Barack Obama Angela Merkel erstmals im Weißen Haus empfing.
Bisherige Preisträger des Eric-M.-Warburg-Preises waren u. a. Condoleezza Rice (2007), George H. W. Bush. (2002), Otto Graf Lambsdorff (2000), Helmut Kohl (1996) , sowie Henry A. Kissinger (1992).[3]
Die Sponsoren der Atlantik-Brücke e. V. kamen und kommen vornehmlich aus dem Finanz- und Kreditwesen, der Stahlindustrie, der Rüstungsindustrie, sowie der Automobilindustrie. Zudem wird die Finanzierung durch öffentliche Gelder über das Auswärtige Amt gesichert.
Geschichte [Bearbeiten]

Der Verein wurde 1952 vom Hamburger Bankier Eric M. Warburg, der späteren Chefredakteurin und Herausgeberin der Wochenzeitung Die Zeit Marion Gräfin Dönhoff, dem späteren Bundeskanzler Helmut Schmidt und anderen Hamburgern mit Sitz in Bonn gegründet. Anfangs konzentrierte sich der Verein auf die Bildung von Netzwerken im politischen und wirtschaftlichen Bereich. Später kamen Austauschprogramme für Studenten, Lehrer, Professoren, junge Führungskräfte, Journalisten und Militärs hinzu. Im Juli 1999 zog der Verein in das Magnushaus in Berlin-Mitte um.

Als Ausgangspunkt für die Gründung des Vereins galt der Beginn des sogenannten Kalten Krieges. Die USA suchten nach Möglichkeiten der Einflussnahme auf Deutschland. Der Export von US-Ideen wurde durch das New Yorker Council on Foreign Relations (CFR), eine Denkfabrik der US-Regierung, betrieben. Der Gründer der Atlantik-Brücke, Eric M. Warburg, war während und nach dem Zweiten Weltkrieg Freund und Berater des Hohen Kommissars in Deutschland und CFR-Mitglieds John J. McCloy. In den USA gründeten sie zusammen 1952 den American Council on Germany (Mitglieder 2004 unter anderem Richard Holbrooke und Henry Kissinger). Als Pendant auf deutscher Seite wurde im gleichen Jahr die Atlantik-Brücke gegründet. Zwischen den drei Organisationen herrscht ein reger personeller Austausch durch Konferenzen, Seminare, Vorträge.[4]

2010 waren mehrere Vorstandsmitglieder, darunter der Vorsitzende Friedrich Merz, von ihren Ämtern zurückgetreten, nachdem der Ehrenvorsitzende Walther Leisler Kiep heftige Kritik an Merz wegen dessen Buches „Was jetzt zu tun ist: Deutschland 2.0“ geübt hatte. Kiep bemängelte, dass durch dieses Buch Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert werde und damit die parteipolitische Neutralität der Atlantik-Brücke verletzt werde. Merz hatte sich demgegenüber während seiner Zeit als Vorsitzender darum bemüht, der Atlantik-Brücke das Image einer der CDU sehr nahestehenden Organisation zu nehmen. Merz wurde wiedergewählt.[5]
Mitgliedschaft und Mitgliederstruktur [Bearbeiten]

Am 30. Juni 2009 hatte die Atlantik-Brücke 525 Mitglieder.[6] Die Aufnahme in den Verein wird durch Wahlentscheidung des Vorstands auf vorhergehenden Vorschlag erreicht. Aufgenommen werden führende Vertreter des wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und wissenschaftlichen Lebens Deutschlands sowie Redakteure einiger Zeitungen.
Nach eigenen Angaben verteilte sich das Mitgliederprofil im Jahr 2006 wie folgt:
Wirtschaft: 267
Politik: 83
Freie Berufsgruppen: 77
Medien: 44
Wissenschaft: 32
Verbände, Gewerkschaften, Stiftungen: 18
Vorstand [Bearbeiten]
Stand: September 2010
Vorsitzender: Friedrich Merz (Rechtsanwalt, CDU)[7][8]

Stellvertretende Vorsitzende: Burkhard Schwenker, Edelgard Bulmahn (MdB, SPD)[8]
Geschäftsführendes Vorstandsmitglied: Beate Lindemann (u. a. Beauftragte des German Marshall Fund of the United States in Europa, Kiep-Stiftung)
Schatzmeister: Andreas Raymond Dombret, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank[8]
Kai Diekmann (Chefredakteur und Herausgeber der Bild-Zeitung)
Jürgen Fitschen (Mitglied des Group Executive Committees der Deutsche Bank AG)
Jürgen Großmann (Gesellschafter der Georgsmarienhütte GmbH und Vorstandsvorsitzender der RWE)
Ingrid Hengster, Managerin bei der Royal Bank of Scotland
Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums des Instituts der deutschen Wirtschaft
Wolfgang Ischinger, „Generalbevollmächtigter für Regierungsbeziehungen“ für die Allianz SE in München
Eckart von Klaeden (MdB, CDU-Bundesvorstand)
Thomas de Maizière (ehem. Young-Leader d. Atlantik Brücke – CDU/Bundesverteidigungsminister)
Alexander Graf Lambsdorff (FDP)
Christian Lange (MdB, SPD)
Florian Langenscheidt (Langenscheidt Verlag, Brockhaus)
Omid Nouripour (MdB, Bündnis 90/Die Grünen)
Lawrence A. Rosen (Finanzvorstand bei der Deutsche Post DHL)
Michael Zissis Vassiliadis
Max M. Warburg (Enkel von Max Warburg, CEO M.M.Warburg & CO)
Roland Wöller (Kultusstaatsminister Sachsens, CDU)[9]
Ehrenvorsitzender: Walther Leisler Kiep (CDU)[10]
Ehrenmitglied Richard von Weizsäcker (Mitglied des Club of Rome)
Kuratorium [Bearbeiten]
Stand: Januar 2008
Vorsitzender: Lutz Raettig (Vorsitzender des Aufsichtsrates der Morgan Stanley Bank AG)
Kurt Biedenkopf
Uwe-Ernst Bufe
Alexander Dibelius
Andreas R. Dombret
Juergen B. Donges
Dieter Feddersen
Utz-Hellmuth Felcht
Norbert Gansel
Dieter Goose
Helga Haftendorn
Josef Joffe
Karl Kaiser
Salomon Korn
Christoph Mäckler
Manfred Meier-Preschany
Thomas Middelhoff
Klaus Naumann
Uwe Nerlich
Karl Otto Pöhl
Detlef W. Prinz
Heinz Riesenhuber, MdB
Eberhard Sandschneider
Gerd Schulte-Hillen
Johann Peter Sieveking
Kurt F. Viermetz
Karsten Voigt
Hans-Dietrich Winkhaus
Matthias Wissmann
Weitere bekannte Mitglieder [Bearbeiten]
Ehrenmitglied: Richard von Weizsäcker
Jörg Allgäuer, Manager
Uwe Barschel (†) (CDU)
Alexander Görlach, Theologe und Publizist
Karl Heinz Beckurts (†) Vorstand Siemens
Marie Bernard-Meunier, Vorstand des Vereins auf kanadischer Seite
Birgit Breuel (CDU, ehemaliger Präsidentin der Treuhandanstalt)
Klaus von Dohnanyi, (SPD, ehem. Bürgermeister von Hamburg)
Michel Friedman (CDU)
Joachim Gauck
Katrin Göring-Eckardt (Politikerin, Bündnis 90/Die Grünen) und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
Otto Graf Lambsdorff (†) (FDP)
Hans-Dietrich Genscher (FDP)
Alfred Herrhausen (†)
Wolfgang Ischinger
Helmut Kohl (CDU, Altbundeskanzler)
Hilmar Kopper, ehemaliger Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Bank
Elke Leonhard
Torsten Oltmanns, Global Marketing Director bei Roland Berger Strategy Consultants
Cem Özdemir (B'90/Grüne, seit 2009 Bundesvorsitzender)
Jürgen Ponto (†) Vorstand Dresdner Bank
Detlev Karsten Rohwedder (†) (ehem. Präsident der Treuhandanstalt)
Volker Rühe (CDU)
Lothar Rühl
Helmut Schäfer (FDP)
Rudolf Scharping (SPD)
Helmut Schmidt (SPD), Altbundeskanzler, Mitherausgeber der Zeitung Die Zeit
Jörg Schönbohm (CDU)
Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender der Audi AG
Carl-Ludwig Thiele, (FDP) 2002 bis 2010 stellvertretender Fraktionsvorsitzender, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank
Guido Westerwelle, ehemaliges Vorstandsmitglied der Atlantik-Brücke
Christian Wulff (CDU), ehemaliger Young Leader der Atlantik Brücke
Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), ehemaliger Young Leader der Atlantik-Brücke, von 2009 bis März 2011 Bundesminister der Verteidigung

http://de.wikipedia.org/wiki/Atlantik-Br%C3%BCcke

Haben wir demnächst eine Stasi-Doppelstitze? IM Erika (Merkel) und IM Larve (Gauck) wären eine prima Duo zur Wiederauferstehung der DDR.