!! vom 06.07.1981 !!

Griechenland nimmt die Öl-Förderung in der Ägäis auf – mit deutscher Hilfe und Beteiligung.

Dimitrios Lolidis, Bürgermeister der nordgriechischen Stadt Kawala, rief auf dem “Platz der Freiheit” den Beginn einer neuen Ära für alle Griechen aus: “Ein großer Traum ist in Erfüllung gegangen. Unser Griechenland wird ein Ölland.”

Staatspräsident Konstantin Karamanlis, in Kawala auch dabei, setzte noch einen kräftigen Schlag National-Pathos drauf: “Unsere Geschichte hat gezeigt, daß wir Wunder vollbringen können.”

Das Wunder, von dem die Griechen schon seit langem träumten: Aus einem Ägäis-Feld in der Bucht zwischen Kawala und der Insel Thasos wird nach jahrelangen Erschließungsarbeiten seit vergangener Woche das erste griechische Öl gefördert.

Während der nächsten 15 Jahre wollen die Griechen aus dem vier Quadratkilometer großen Feld “Prinos” maximal 1,4 Millionen Tonnen Öl im Jahr gewinnen. Das benachbarte Gasfeld “Südkawala” soll 700 bis 900 Millionen Kubikmeter förderbares Erdgas enthalten.

Die voraussichtliche jährliche Ölförder-Menge ist zwar nur etwa so groß wie die Produktion in der bundesdeutschen Förder-Provinz Emsland. Immerhin aber können die Griechen damit 13 Prozent ihres Jahresbedarfs an Öl decken.

Durch das Ägäis-Öl spart Griechenland schon dieses Jahr schätzungsweise etwa 150 Millionen Dollar an Devisen ein. Dennoch wird das bislang nur an Olivenöl reiche Land in diesem Jahr 3,5 Milliarden Dollar für Mineralöl-Importe aufwenden müssen.

[....]

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14345132.html

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, warnt davor, die Lage in Spanien und Italien zu unterschätzen. Während Griechenland lediglich einen Blechschaden verursachen würde, könnten Spanien und Italien einen "Totalschaden" anrichten, so Mayer. Beide Länder seien einfach zu groß, um aufgefangen zu werden. Marktexperte Dirk Müller hält sogar einen Bankrun in Europa für möglich: "Die Griechen plündern schon seit geraumer Zeit die Konten. Das ist noch überschaubar, wird von der griechischen Nationalbank noch durch Gelddrucken ausgeglichen, das sie sich natürlich über die EZB bei den anderen wieder holt", so Müller.

"Aber was ist denn, wenn tatsächlich Griechenland aus dem Euro austritt - von dem im Moment schon alle ausgehen -, die Drachme zurückkommt, die Konten umgestellt werden? Ob dann nicht die Spanier sagen: Moment mal, wir sind doch in der gleichen Diskussion! Wer sagt denn, dass wir nicht in zwei Monaten aufwachen und haben plötzlich die Pesata", so Müller weiter. "Das Thema Euro und die Krise wird uns noch einige Zeit beschäftigen."

http://www.daf.fm/video/dirk-mueller-rennet-rettet-fluechtet-50154413.html